Zen(d) im Alltag

Warum ich jeden morgen 20 Minuten meditiere.

Konzentration. Fokus. Wichtige Faktoren für das Arbeiten, vor allem bei der Suche nach Lösungen für komplexe Aufgaben. Doch wie sieht der typische Arbeitsablauf aus? Nehmen wir an, wir wollen die Architektur einer Anwendung skizzieren. Wir denken uns in die Funktionsweise der Anwendung hinein. Da ploppt oben rechts auf dem Bildschirm eine Whatsapp-Nachricht auf. Ein Bekannter fragt, ob wir uns mal wieder auf einen Kaffee treffen wollen. Wir antworten: "Klar, hast du am Mittwoch Zeit?". Gut. Wo waren wir? Wir fangen von vorne an, uns in die Arbeitsweise des Programmes zu denken. Oben rechts erscheint "Gerne, gegen 5 Uhr?". Wieder sind wir herausgerissen.

Die meisten Menschen verstehen das Wort Multitasking falsch. Sowohl der Computer, als auch der Mensch sind in der Lage, Sachen quasi "gleichzeitig" zu machen. Was dabei meistens nicht bedacht wird: Sowohl der Rechner, als auch der Homo sapiens haben eine Maximalkapazität. Wenn wir als Mensch zwei Sachen parallel machen, müssen wir unsere Aufmerksamkeit teilen. Das kann 50/50 sein, es kann auch 80/20 sein. Aber wir werden niemals zwei Sachen mit 100% unserer Aufmerksamkeit machen können.

Soweit trifft das Denk-Model auch für den Computer zu. Ein großer Nachteil an uns Menschen ist hingegen, dass wir nicht einfach Umschalten können wie ein Rechner. Während unser Hirn von einer zur anderen Aufgabe schaltet, muss es immer Rekapitulieren, wo und wie weit wir waren. So brauchen wir im Endeffekt mehr Zeit, um zwei Sachen gleichzeitig zu machen, als wenn wir sie hintereinander gemacht hätten.

Doch was können wir dagegen machen? Im Arbeitsalltag können uns eben viele Sachen ablenken. Was wir allerdings in der Westlichen Welt zu wenig gelehrt bekommen, ist die Fokussierung. Und hier kommt die Meditation ins Spiel. Für viele mag das zunächst esoterisch klingen. Aber bei der Meditation wird im Grunde nichts anderes gemacht. Neben einer besseren Konzentration hat die Hirnforschung mittlerweile auch Belege, dass meditierende Menschen besser mit Stress umgehen können. Ähnlich wie Yoga sollte auch Meditation bei uns nicht mehr belächelt werden, sondern als valides Werkzeug zur besseren Bewältigung des privaten und beruflichen Alltags dienen.

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